Fronleichnamprozession

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Fronleichnamprozession

Das bayrische Brauchtumsjahr kennt viele schöne Feste, wohl das prächtigste ist das Fronleichnamsfest, welches die katholische Kirche am 2. Donnerstag nach Pfingsten feiert. Mit dem Fonleichnams fest sollte der „Leib des Herren“ (auf mittelhochdeutsch fronleichnam) besonders verehrt werden.
Die jüngere Generation bezeichnet das Fest auch auf neudeutsch „happykadaver“, hier ist meines Wissens also nie die eigentliche Bedeutung verloren gegangen.

Die Prozessionen an diesem Tag sind bayrischen Ursprungs, die erste war 1273 in Benediktbeuren.
Der Prozessionsweg wird mit grünen Girlanden und Tüchern geschmückt,
auf der Straße werden Blumenteppiche ausgebreitet und dazwischen wird frisches Gras gestreut. An 4 Stellen des Umgangs sind Altäre, reich geschmückt mit Blumen, errichtet, an denen der Pfarrer den Anfang eines der 4 Evangelien feierlich vorträgt.
In manchen Orten ist es der Brauch, dass die Böllerschützen nach jedem Altar schießen dürfen.
Die Reihenfolge der Prozession ist von Gemeinde zu Gemeinde strikt festgelegt, in der Mitte geht immer der Pfarrer unter einem Traghimmel in seinem festlichsten Gewand.

Im Mittelalter wurde die Prozession in noch größerem Prunk abgehalten als heute und Ablassbriefe verteilt. Luther hat diese Prozession damals schwer kritisiert und es als „allerschädlichstes Jahresfest“ bezeichnet.

Blumenteppich für Fronleichnam von CarolauAG /Pixelio

Bildnachweis: AG / pixelio.de