Perchtenläufe

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Perchtenläufe

In den längsten und dunkelsten Nächten des Jahres, den Rauhnächten, sind wahrscheinlich die meisten Geister, Unholde und Hexen unterwegs.
In den Alpenregionen, Kirchseeon ist hier die Ausnahme, aber das ist siedlungsbedingt, gingen deshalb die Perchten um, die mit ihren Masken, viel Lärm und Tänzen die Häuser schützen sollen.

Es gibt verschiedenste Perchtengruppen und alle schauen anders aus, während im Berchtesgadener Land die Buttnmandl (in Stroh eingebundene Männer) mit den Gangerln (den Teufeln) und im Allgäu die Klausen unterwegs sind, sind in anderen Gegenden mehr die Perchten mit den Holzmasken unterwegs, welche teilweise Jahrzehnte alt sind und bis zu 5kg wiegen.

Da in Kirchseeon Siedler aus den verschiedenen Alpengegenden zusammentrafen, ist hier die größte Vielfalt der Masken und Tänze zu bestaunen. Durch die kulturelle Zusammenkunft in Kirchseeon wurden die Masken teilweise aus ihrer traditionellen Rolle ein wenig verändert, und so ist ein harmonisches Zusammenfügen gelungen.

Eine Auswahl der Masken in Kirchseeon:

Schönperchten

Schönperschten

Musiker Die Gesichter sind menschlich, mit schönen Helm auf dem Kopf

 

Haberngoass

Haberngoaß

Die schiachen (hässlichen) Perchten, eine andere Darstellung der Frau Percht, Habern= Hoden + Goaß = Ziegenbock und Ziege, also ein Zwitter.
Hauptsächlich in Oberösterreich, Salzburger Osten und Salzkammergut beheimatet.

Frau Percht

Frau Percht

Ist vor allem auch am 13. Dezember unter Luz/Luzia gefürchtet. (Siehe auch Luziaschiffchen) Vortänzer der Klaubhauf, auffällig durch die Doppelmaske, vorne ein Täufel, hinten eine schöne Frau, symbolisiert die Gegensätze des Lebens

Klaubauf

Klaubhauf

Perchten mit Tiermasken, Stampftänze

 

Holzmandl

Holzmandl

Waldgeister, legen mit Haselnussstecken im Tanz, begleitet von Sprechgesängen den Drudenhax (Pentagram)

 

schnadernschlenzer vom Maskenmuseum

Schnadernschlenzer

Stabmasken, die allerlei Schabernack treiben, wie Schnee in den Kragen stecken etc. Der Name “Schnaderschlenzer” ist ein reiner Phantasiename. Die Maske kommt in einigen Gegenden beim Klöpfeln und beim Nicolospiel zum Einsatz, um das eher langweilige Singen als Clown etwas aufzulockern – vor Allem unbemerkt durch die geöffneten Wirtshausfenster vom gedeckten Tisch der Reichen, Speck, Brot etc. zu stibitzen (Klappkiefer mit Schnur dran = Zange an langem Stecken oder wie in der Fasnacht die Streckschere.
Die Maske wird oft unter Verwendung von echten Ziegen und Widderschädeln hergestellt.

 

Man sollte sich bei den Perchten im klaren sein, dass es laut ist, sie Besucher erschrecken, den Kindern die Mütze über die Nase ziehen, Schnee in den Kragen stecken etc.
Im Berchtesgadener und Kufsteiner Land haben die Perchten den Ruf, sehr wild zu sein, es ist daher ratsam einen gewissen Abstand einzuhalten und sich dick anzuziehen.

Perchten aus Laufen (c) Brauchtumsjahr.de

Eine beeindruckende Auswahl von Masken aller Perchtengruppen kann man im Maskenmuseum bestaunen.